Kommentar: Wie sicher sind meine Social-Media Daten?

Wie sicher werden unsere persönlichen Daten in den Social-Media Netzwerken verwahrt? Werden sie weitergegeben und wenn ja, an wen?

Dieser Kommentar zielt nicht direkt auf das Blog-Thema Windows Phone ab. Jedoch nützt der Großteil von uns soziale Netzwerke und ich möchte dahingehend etwas über den Tellerand hinausblicken.

Daten werden viel zu günstig preis gegeben

Die Mehrheit der Bevölkerung von Industrienationen nützen heute die Services von Social-Media Diensten. Wir geben immens viel Informationen über uns Preis und oft ist uns der Grad, in welche in unsere eigene Privatsphäre eingegriffen wird, nicht bewusst. Leider trifft uns weitestgehend selber die schuld. Alle Daten, welche wir Facebook, Twitter, Google+ und anderen Plattformen veröffentlichen, werden weiterverwendet. Sie sind kostbar. Viel zu einfach und viel zu günstig geben wir sie weiter.

Verwendung von nutzerbezogenen Daten

Ich persönlich, als selbstständiger Webdesigner und angehender Student, nutze Facebook und Google+. Um in diesem Geschäftszweig gefunden zu werden, und außerdem als Webseitenbetreiber agieren zu können, ist es nötig, alle meine Daten im Internet der Öffentlichkeit Preis zu geben – auch wenn ein flaues Gefühl im Magen bleibt. Die Sicherheit meiner Daten sehe ich als sehr fragwürdig an. Da ich auch als Werbetreibender auf Facebook tätig bin, weiß ich, dass personenbezogene Daten für Werbezwecke weitergegeben und verwendet werden. Mein eigenes Verhalten in Bezug auf die Angabe meiner Vorlieben oder Hobbies hat sich stark eingeschränkt.

Gesichtserkennung

Ein weiteres Thema welches direkt in unsere Privatsphäere eingereift, ist die Gesichtserkennung von Facebook. War diese Möglichkeit vor 10 Jahren noch in Science-Fiction Filmen populär, ist sie heute Realität. Facebook weiß wie ich aussehe. Facebook erkennt mich auf Fotos von anderen Usern. Was wen diese Daten weitergegeben werden? Auch dieses Tool habe ich schon vor einiger Zeit auf Eis gelegt bzw. auch dahingehend Vorkehrungen getroffen damit mich selber niemand ohne Erlaubnis markieren kann.

Standorterkennung

Ein weiteres Thema ist die Standorterkennung. Mit Hilfe dieser so hippen und coolen Funktion kann ich der Welt ganz einfach und schnell mitteilen, wo ich gerade bin und was ich gerade mache. Aber möchte ich, dass wirklich die ganze Welt weiß wo sie mich findet? Natürlich können Einstellungen getroffen werden, dass diese Informationen nur mit meinen Freunden geteilt wird. Aber werden diese Daten vielleicht doch noch an andere weitergegeben?

Vorteile und Mehrwert

Natürlich bieten Soziale Netzwerke gegenüber meiner kritischen Betrachtung auch Vorteile für uns Bewohner der Industriestaaten. Ich treffe alte Bekannte, lerne neue und interessante Menschen kennen. Die Kommunikation ist immer und von überall möglich. Ohne Telefonnummer und ohne Email-Adresse. Auch für Werbetreibende und kleine Unternehmen bieten Facebook, Twitter & Co. außergewöhnliche und noch nie dagewesene Möglichkeiten der Vernetzung.

Desweiteren haben soziale Netzwerke in anderen Ländern (Stichwort “arabischer Frühling“) nicht zuletzt eine große Rolle gespielt. Ohne diese wäre die Organisation des Widerstandes, beispielsweise gegen den Machthaber Gadaffi in Lybien, um einiges schwieriger gewesen.

 

Soziale Netzwerke sind zwiespältig einzuschätzen. Sie bieten uns gewisse Vorteile. Doch arbeiten sie auch mit unseren Daten. Geben diese weiter. Doch an wen? Nicht zuletzt geben die in den Medien kursierenden Vorwürfe gegen Facebook & Co, der Weitergabe aller Nutzer- und Kommunikationsdaten an in- und ausländische Geheimdienste, Anlass dazu, uns zu sensibilisieren. Deshalb sollte man sich 2x, besser 3x, überlegen, welche Daten man ohne weiteres bekannt gibt. Das Internet vergisst nicht.

Dieser Kommentar wurde zur Blogparade von social-sec.de zum Thema „Was denkt ihr wie sicher eure Daten in Sozialen Netzwerk sind?” verfasst.

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7 Meinungen zu “Kommentar: Wie sicher sind meine Social-Media Daten?

  1. Mir ist schon bewusst, dass Facebook eigentlich mein gesamtes Leben rekonstruieren kann, jedoch spielt es mir wie keine Rolle, denn ob es wirklich so eine relevante Information ist, wenn Facebook weiss, dass ich dort z.B. im McDonalds war, ist für mich fraglich.

  2. Hallo,
    ich find es teilweise einfach erschreckend, dass Unternehmen wie Facebook oder Google wirklich alles über unser Leben wissen. Von surfgewohnheiten, wonach wir suchen bis hin zu unseren Vorlieben. Deshalb versuche ich auch seit einiger Zeit, weniger über mich Preis zu geben – meiner Meinung nach gehen diese intimen Details über mein Leben niemand außer mich selber etwas an. Ich verwende bzw. versuche seit kurzem die Suchmaschine lxquick, welche keine IPs speichert, europäische Datenschutzbestimmungen einhält und desweitern Server in Europa unterhält. Funktioniert zwar (noch) nicht so gut wie Google, aber trotzdem ist es eine passable Alternative.
    LG

  3. Es ist schon erstaunlich wie unvorsichtig die Leute mit ihren Daten umgehen. Ich glaube vielen ist es gar nicht bewusst, wie sensibel die persönlichen Daten sind.

  4. So gesehen denke ich, sind die Social Media Daten nicht sicher.
    Alleine durch so etwas http://gekonntes-abnehmen.de/ , also eine eigene Seite wird man bereits auf Social Media gefunden. Erschreckend aber wahr.

    Was ich jedoch auch sagen muss ist, dass mir der Beitrag wirklich sehr gefallen hat, so auch meinen Freunden.
    Wir lesen immer und immer wieder gerne Deine Beiträge! Mach weiter so.
    Gruß Ole

  5. Im Endeffekt müssen die Leute wissen, welche Daten sie von sich preisgeben und welche lieber nicht. Entsprechende Aufklärungsaktionen wären gerade für Jugendliche nicht schlecht. Es muss jedem klar sein, dass man sein Recht auf eigene Daten abgibt, sobald man sich in einem der großen Netzwerke anmeldet.

  6. Viele sind genert von Briefkasten- und Email-Spam. Die Spammer sind Dritte, die unsere persönlichen Daten von teilweise unseren direkten Geschäftspartnern oder von anderen Dritten bekommen. Es herrscht ein Geschäft über Daten. Die Spam-Opfer haben dann die Aufgabe, die Spamer darüber zu informieren, dass keine Werbung erwünscht ist. Aber wer hat schon die Zeit und Lust dazu. Also wirft man den Spam immer wieder in den Papierkorb. Dazu fällt mir jetzt spontan der Schlusssatz mancher Emails ein: “Denken Sie an Ihre Umwelt…

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